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Suchtprävention in der Schule

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6.4.2 Adoleszenz als Initialstadium

Für die hier zur Diskussion stehende schulische Prävention der Sucht, die in erster Linie als Primärprävention bzw. Prävention im eigentlichen Sinne gedacht ist, kommt es daher darauf an, Kriterien zu finden, die charakteristisch für den Drogenkonsum im Kindes- und Jugendalter sind. Ein erster Hinweis auf ein solches Kriterium ist die Tatsache, daß fast jeder Konsum, auch der von Erwachsenen, in der Phase der Adoleszenz einsetzt bzw. dort eingesetzt hat. Das Risiko, mit dem Konsum von Drogen zu beginnen, ist hier am höchsten (vgl. Kastner 1988), das Jugendalter ist offenbar auch in Bezug auf den Drogenkonsum eine Phase der Initialisierung (vgl. 6.2). Nicht zuletzt deshalb erhofft man sich aus Erkenntnissen zum Konsum bei Kindern und Jugendlichen auch Erkenntnisse in Bezug auf die allgemeine Suchtproblematik.

Wenn also in der Adoleszenz fast alle der späteren Konsumenten ihre ersten Erfahrungen mit Drogen gemacht haben, liegt es nahe, den Konsum von Drogen mit den besonderen Bedingungen dieser Entwicklungsstufe in Verbindung zu bringen. Es zeichnet sich ab, daß dem Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter offenbar ein bedeutsamer Einfluß zukommt, was eventuellen Konsum und spätere Konsummuster und -gewohnheiten angeht.

Welches sind nun die besonderen Bedingungen, die viele Kinder und Jugendliche zu Drogen greifen lassen? Denn auch wenn das Jugendalter Drogenkonsum indiziert, gilt dies dennoch nicht automatisch für alle Jugendlichen. Darüberhinaus gibt es natürlich auch unterschiedliche Konsummuster, und auch diese spielen für eine eventuelle Prävention eine Rolle, da es z.B. durchaus zu den Entwicklungsaufgaben eines Jugendlichen gehören kann, mit Drogen umgehen zu können und sich auf diese Weise in die Welt der Erwachsenen einzufinden (Kastner 1988).

Die Beantwortung der Frage, welche speziellen Umstände Kinder und Jugendliche zum Drogenkonsum verführen, fällt nicht ganz leicht und wird in der Literatur oftmals mit dem Hinweis auf das Trias-Modell (vgl. 6.4.1) abgekürzt wiedergegeben. Auf nähere Ausführungen im Sinne dieses Modells wird hier jedoch verzichtet, da Teil I und insbesondere Kapitel 4.4 in diesem Sinne gehalten sind, für die Prävention, zumal die schulische, sich daraus jedoch zuwenig Anhaltspunkte ergeben. Stattdessen scheinen mir zwei Felder für die Suchtprophylaxe in der Schule - vorausgesetzt es gibt sie - von entscheidender Bedeutung zu sein: das Elternhaus und die Person des Schülers bzw. der Schülerin.

Zwei Gründe lassen die Wahl auf diese beiden Bereiche fallen: zum einen dürfte das Elternhaus bzw. der elterliche Haushalt oder die Familie bis zur Schule die hauptsächliche Sozialisationsinstanz eines Kindes sein, insofern prägend und für eine eventuelle Suchtneigung von daher gegebenenfalls mitverantwortlich. Zum anderen gilt es, die Möglichkeiten der Schule im Auge zu behalten, und da scheinen mir beide Bereiche, also auch die Familie eines Kindes, Felder zu sein, in denen Schule ihr Potential entfalten kann.

Denn sollte es so etwas wie eine schulische Prävention der Sucht geben, sprechen die vielfältigen und tiefgreifenden Beziehungen, die der Drogenkonsum zum Leben der Konsumenten aufweist (vgl. 3.), dafür, sich bei der Prävention nicht allein auf rein belehrenden Unterricht im Sinne vorgeschriebener Curricula zu konzentrieren, sondern den Bildungsauftrag der Schule wieder etwas weiter zu fassen und den Erziehungsauftrag der Schule, wie er aus verschiedenen Gesetzen, u.a. Artikel 6 (Ehe, Familie) und 7 (Schulwesen) GG (Grundgesetz 1991) abgeleitet werden kann, mit einzubeziehen. Dazu gehört dann meines Erachtens auch, über den einzelnen Schüler bzw. die einzelne Schülerin hinaus deren Umfeld in den Blick zu nehmen und mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam nach Möglichkeiten der Gestaltung oder Beeinflussung dieses Umfelds zu suchen. Entgegen einer diversifizierenden Betrachtungsweise süchtigen Verhaltens im ersten Teil der Arbeit wird daher bei der schulischen Suchtprävention der Fokus wieder auf jugendspezifische, und das heißt hier entwicklungs- und individualpsychologische Faktoren zu richten sein. Dabei dient die Betrachtung der Person des Schülers aber auch als Ausgangspunkt für eher periphere, die Schule nicht unmittelbar berührende Auslösefaktoren. Unberücksichtigt bleibt hingegen die zweifellos wichtige, vielleicht wichtigste Einflußgröße jugendlichen Drogenkonsums, die Peer-group, da Schule kaum Möglichkeiten hat, Einfluß auf die Gruppe, der sich ein Jugendlicher anschließt, zu nehmen.

6.5 Suchtbegünstigende Faktoren in der Familie

 

  
Starke Kinder - zu stark für Drogen: Handbuch zur praktischen Suchtvorbeugung
von Lucie Hillenberg,
Brigitte Fries
Siehe auch:
Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde:...
Ich und meine Gefühle: Emotionale Entwicklung für...
Wickie und die starken Männer
von Jonas Hämmerle, Waldemar Kobus, Nic Romm, und Olaf Krätke (in DVD & Blu-ray)
Yellow Brick Road
von Sabrina Starke (in Musik)
Wickie und die Starken Männer
von Intenium (in Games)
 
   
 
     
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