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Suchtprävention in der Schule

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6.3 Funktionalität verschiedener Drogen

Unterschiede zwischen den einzelnen Drogen bestehen außer in ihrer Verbreitung auch hinsichtlich der persönlichen Motive, die den Konsum begleiten, und der Situationen, in denen er stattfindet. Während das Tabakrauchen, zumindest am Anfang, eher heimlich, "in relativ strikter Abgeschiedenheit von Erwachsenen und deren Kontrollmöglichkeiten" (Sieber 1993) geschieht, ist der Alkoholkonsum häufig "in der Öffentlichkeit von Konfirmation und Familienfesten [...] mit dem Eintritt in die Erwachsenenwelt" (ebd.) verbunden. Tabakkonsum ist "stark mit Selbstwertproblemen [...], Verhaltensunsicherheit in der Pubertät, mangelnde[r] Anerkennung in der Gleichaltrigengruppe, Mißerfolgserlebnissen in der Schule und andere[n] als ungünstig erlebte[n] soziale[n] Vergleichsprozesse[n]" (Hurrelmann 1992) verbunden, der Konsum von Alkohol dagegen häufiger mit Gruppengeschehen und einhergehendem Zwang zu sozialer Konformität (Sieber 1993). "Störungen der normalen Beziehungsabläufe in der Familie und die dadurch verursachten Beeinträchtigungen der Identitätsbildung sind für den Alkoholkonsum [...] tiefer in der Persönlichkeitsstruktur der Konsumenten verankert als beim Tabakkonsum" (Hurrelmann 1992).

Ebenso dient Heroin dem Rückzug, rein chemische Drogen dagegen eher der Leistungssteigerung und Anregung:

"Diese Drogen sind gerade nicht in erster Linie Substanzen der sozial Randständigen und Desintegrierten, der Leistungs- und Sozialschwachen, sondern der mittleren Leistungsschichten, die sich ihres Berufs- und Sozialstatus sicher wähnen, gleichwohl aber den hohen Leistungs- und Funktionsdruck spüren, der täglich auf ihnen lastet" (Hurrelmann 1995, zitiert nach Petermann 1997).

Welche Funktion Haschisch in diesem System zugeordnet werden soll, ist umstritten (vgl. Hurrelmann 1992 vs. Heckmann 1995). Solche Zuweisungen können ohnehin nur Tendenzen wiedergeben - die Wahl einer Droge hängt neben der Motivation von vielen weiteren Faktoren ab und läßt nicht eindeutig auf bestimmte Problemlagen der Konsumenten schließen.

6.4 Grundstörungen als Voraussetzung schulischer Suchtprävention

6.4.1 Problemstellung

Ähnlich dem Drogenkonsum in der Bevölkerung werden für den Konsum bei Kindern und Jugendlichen eine Vielzahl von Faktoren genannt, die als Auslöser fungieren können und die sich gemäß dem vielzitierten Trias-Modell drei Bereichen zuordnen lassen: Droge, Person und Umwelt (vgl. Waibel 1993). Verschiedentlich wird der Bereich Umwelt auch in eine weitere und nähere Umgebung bzw. gesellschaftliche Rahmenbedingungen und soziales Umfeld aufgegliedert (vgl. Schaubild in 4.4). Um es zum Drogenkonsum kommen zu lassen, müssen verschiedene Faktoren in diesen drei Bereichen zusammentreffen, es müssen bestimmte Faktorenkonstellationen gegeben sein (vgl. 4.4; Kaufmann 1997). Diese können allerdings bisher nur sehr vage spezifiziert werden, Aufklärung erhofft man sich von zukünftiger Forschung in dieser Richtung (vgl. Künzel-Böhmer 1993).

Was den Faktor Droge angeht, so wird er im Hinblick auf die Prävention vor allem unter dem Aspekt der Verfügbarkeit gesehen; über die Wechselwirkung spezifischer Drogen mit speziellen Persönlichkeits- und Situationsprofilen ist bisher wenig bekannt (vgl. 4.4). Aus den vorangegangenen Kapiteln dürfte deutlich geworden sein, daß es ein Bedürfnis nach Drogenkonsum zu allen Zeiten gegeben hat, diese daher auch immer in mehr oder minder größerem Maß zur Verfügung standen. In der freiheitlich-marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaft sind auch Drogen weitgehend den Marktgesetzen unterworfen - Polizei und Justiz können daran nur wenig ändern. Das Geschäft mit Drogen ermöglicht enorme Gewinnspannen, es verwundert daher nicht, daß sie einigermaßen leicht zugänglich sind und auch in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangen. Bezüglich der Prävention scheint es mir daher müßig, allzu große Hoffnung in restriktive Maßnahmen zur Regulierung der Zufuhr von Drogen zu setzen (vgl. Hurrelmann 1992). Stattdessen sollte davon ausgegangen werden, daß Drogen immer zugänglich sein werden und letztlich jedes Kind und jeder Jugendliche irgendwann in die Situation kommen wird, mit Drogen konfrontiert zu sein.

Für die schulische Prävention des Drogengebrauchs bleiben daher die Bereiche Person und Umwelt eines Schülers von Bedeutung. Die Frage ist dann, welche umweltlichen und personalen Faktoren den Drogenkonsum bei Kindern und Jugendlichen auslösen bzw. begünstigen. Selbstverständlich gelten für Kinder und Jugendliche die gleichen Bedingungen für den Konsum von Drogen, wie sie in Teil I in allgemeiner und die Gesamtpopulation betreffender Hinsicht dargelegt wurden. Nur lautete das Credo dort, daß Sucht jeden treffen kann, einheitliche Bedingungen für die Ausprägung einer Sucht nicht festgestellt werden können und Sucht somit eher schicksalhaften Charakter hat. Für die Prävention hieße das, daß es sie entweder nicht gibt oder daß sie sich auf kurative Aufgaben bei bereits Betroffenen beschränken müßte, die sogenannte Sekundär- bzw. Tertiärprävention.

 

  
Qualification in Crime Prevention: Status reports from various European countries
von Marc Coester
Siehe auch:
Qualifications
von Billy Bragg (in MP3-Downloads)
Key Skills Flexible Resource Library CD Rom
von Financial Times Prentice Hall (in Software)
Beyblade, vol. 1 : qualifications [FR Import]
von Motoko Kumai, Urana Takano, und Ai Orikasa (in DVD & Blu-ray)
Starmania Die Neue Generation - Best of Qualification
von Starmania Ng (in Musik)
Abbreviation Qualification
von Asher Senator (in MP3-Downloads)
 
   
 
     
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