Nachdenken über Zappelphilipp: ADS: Beweg-Gründe und Hilfen


 
Ein Buch, das Hoffnung gibt
• • • • •   (bewertet mit 5 von 5 Punkten)

Rezension bezieht sich auf: Nachdenken über Zappelphilipp: ADS: Beweg-Gründe und Hilfen (Taschenbuch) Eckhard und Heidrun Schiffer machen Hoffnung und Mut. Dass beide Autoren aus der Praxis kommen - Dr. Eckhard Schiffer ist Arzt und Psychotherapeut, Heidrun Schiffer ist Grundschullehrerin - macht das Buch um so spannender und glaubwürdiger.
Eingangsfrage der Autoren ist, was sind die Gründe dafür, dass sich die Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung (ADS) in den letzten Jahren nahezu epidemieartig ausgebreitet zu haben scheint? Noch in den 70er Jahren nämlich war das Thema „kein Thema". Dazu wurde es erst Mitte bis Ende der 90er Jahre. Erstaunlich insbesondere vor dem Hintergrund der vielfach vertretenen Ansicht, dass ADS auf genetische Defekte zurückzuführen sei.
Störungen des Hirnstoffwechsels ist denn auch ein ausführliches Kapitel des Buches gewidmet. Demnach können aber auch organische Abläufe in den Zellen durch psychosoziale Erfahrungen beeinflusst, gestört oder gefördert werden, insbesondere während seelisch und hirnbiologisch empfindlicher Phasen wie kurz nach der Geburt, im Zeitraum der Einschulung oder der Pubertät.
Angesichts solchen nachweisbaren wechselseitigen Einflusses hirnbiologischer und sozialer Zusammenhänge kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Verhaltensweisen, wie sie ADS zugeordnet werden, im Zusammenhang stehen mit gesellschaftlichen Veränderungen und entsprechend beeinflussbar sind.
Eltern sind dem Phänomen nicht hilflos ausgeliefert, sondern können schon vorbeugend (präventiv) aktiv werden.
Salutogenese statt Fehlerfahndung, Prävention nicht nur auf dem Gebiet der körperlichen, sondern auch der seelischen Gesundheit. Auch Kinderseelen brauchen eine gesunde „Ernährung". Es gilt Bedingungen zu schaffen, unter denen Kinder sich frei entfalten, ihre Persönlichkeit entwickeln könne, in der sie sich bewegen, ihre Welt im wahrsten Sinne „be-greifen", in der sie kreativ sein, eigene innere Bilder entwickeln und zur Sprache bringen dürfen, ohne mit visuellen und akustischen Reizen überflutet zu werden.
Die Autoren machen Kindern, Eltern und Lehrern Mut zur Gegen-Bewegung - in Kinderzimmer, Kindergarten und Schule. Viele praktische Beispiele, von der Gute- Nacht-Geschichte über gemeinsames „konkurrenzloses" Spiel bis hin zum kreativen Kunstunterricht leisten wertvolle Hilfe über eine nicht immer, aber dann vielleicht immer öfter vermeidbare medikamentöse Therapie hinaus.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 15. Mai 2002
Kundenrezensionen:
2. Ein Buch, das Hoffnung gibt (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Hilfreicher Ratgeber
Zur Übersicht ...
 
Angebote zu
 ab 1 Euro!

Siehe auch folgende Artikel:
Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde:...
Wie Gesundheit entsteht: Salutogenese: Schat...
LernGesundheit: Lebensfreude und Lernfreude...
Der kleine Prinz in Las Vegas: Mit spieleris...
Warum Tausendfüßler keine Vorschriften brauc...
Zappelphilipp und Störenfrieda lernen anders: W...
Mehr zu  Erziehung,  Hyperaktivität & Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS)
Home ...,    
,    Begleitseite ...
Herausgeber dieser Seite ist DomainLoc.com GmbH - Partner von

Copyright © DomainLoc.com GmbH (Impressum)