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Große Komödie Molières
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Rezension bezieht sich auf: L'Avare /Der Geizige: Franz. /Dt: Komödie in fünf Aufzügen (Taschenbuch) Es steht mir eigentlich nicht zu, dieses Werk Molières zu rezensieren. Ich bin kein Literaturwissenschaftler, und die ehrwürdige Weltliteratur,in deren Werke sich "Der Geizige" einreiht , eröffnet sich nicht jedem, auch mir nicht voll und ganz.Um dieses Werk vollkommen zu verstehen, bedarf es eines weiten Einblicks in die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse. Diese Komödie nimmt in Molières Werk insofern eine Sonderstellung ein, als sie, nicht wie im 17. Jahrhundert üblich, in Versform, sondern in Prosa verfasst ist."Der Geizige" hatte keinen Erfolg, das Publikumsinteresse war gering.Dies wird zum Teil auf die Tatsache zurückgeführt, dass es ein Prosawerk ist und deshalb auf Ablehnung stieß. Desweiteren hatte Molière unmittelbar zuvor zwei beachtliche Theatererfolge feiern können und bestritt anschließend für lange Zeit sein Programm mit der Wiederaufnahme von alten Stücken. Dies missfiel dem Publikum, und als "Der Geizige" dann auf die Bühne gebracht wurde, war das Interesse des Publikums schon deutlich abgekühlt. Dennoch ist diese große Komödie mehr als lesenswert. Bei der Übersetzung hat man sich eng an den Originaltext gehalten. Bei einem Prosastück ist dies wichtig, denn der historische Gehalt darf nicht verlorengehen. Bei einem Versstück würde die sprachliche Anlage die Übersetzung mitbedingen, man wäre gezwungen, in der Übersetzung ebenso Verse zu schmieden. Die Handlung ist nicht einfach wiederzugeben, sie sieht in etwa folgendermaßen aus: Elise und Cleante sind die Kinder des geizigen Harpagon. Elise liebt Valere, den Sohn Anselmes, und Cleante liebt Mariane, die Tochter Anselmes. Die Handlung beginnt vorwärts zu treiben, als der alte Harpagon kundtut, er sei ebenso in Mariane verliebt und somit ein Nebenbuhler seines eigenen Sohnes. Ich möchte nicht zu viel verraten, nur so viel sei geseagt: Die Kömodie endet ungefähr so, wie "Nathan der Weise": Es gibt eine Vorgeschichte zur Handlung, die weit zurückliegt und erst am Ende preisgegeben wird und zu einem "Happy End" führt. Was am Ende gut ausgeht, wird gewöhnlich als Komödie bezeichnet. Doch dieses Werk identifiziert sich nicht nur durch ihr Ende als Komödie, an vielen Stellen ist es sehr witzig und animiert zum Schmunzeln. Wer allerdings darauf aus ist, sich ständig schlappzulachen, der sollte sich besser einen Kinofilm anschauen. Lesenswert, sehr geeignet für Romanistik- oder Französischstudenten !
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 9. April 2002 |